Liebes Bobingen,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde in und um Augsburg,
nach reiflicher Überlegung und mit einem lachenden und einem weinenden Auge möchte ich heute euch eine (in-)direkt euch betreffende Personalentscheidung mitteilen: Ich werde meine Stelle wechseln und zum 1. April die Aufgabe als theologischer Referent des Bischofs von Limburg übernehmen. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass wir uns noch vor meinem Wechsel begegnen werden und danach ebenso nicht aus den Augen verlieren!
Die Stelle war so ausgeschrieben, dass sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen ist – und dieser nächstmögliche Zeitpunkt kommt nun tatsächlich sehr schnell. Umso dankbarer bin ich für die große Unterstützung, die ich auf diesem Weg erfahren durfte: im hauptamtlichen Team hier vor Ort ebenso wie vonseiten aller Kolleginnen und Kollegen und der Diözese. Diese Rückendeckung und das Vertrauen erleichtern mir den Schritt sehr.
Vor allem aber bin ich dankbar für all das, was ich hier erleben durfte und darf: für die vielfältigen Erfahrungen, für die Projekte, Gespräche, Feiern und Diskussionen, für das gemeinsame Denken, Glauben, Ringen und Handeln. Vieles davon hat mich geprägt und wird mich weiter begleiten.
Mir ist bewusst, dass es vielleicht nicht immer leicht ist und war mit mir. Mir ging und geht es dabei jedoch stets darum, Dinge, die ich als wichtig und richtig erachtet habe, ernsthaft zu durchdenken und angemessen vor Ort zu situieren – gegebenenfalls auch mit längeren Diskussionen. Umso dankbarer bin ich allen, die sich auf den Austausch mit mir eingelassen haben – besonders für die persönlichen Gespräche, die mir sehr viel bedeuten.
Besonders am Herzen liegen und lagen mir dabei die Fragen eines Glauben-Könnens unter den Bedingungen von heute, eines Christentums, das mitten in der Welt steht und sich von dieser berühren lässt, sowie eines offenen und ehrlichen Austausches zwischen Gesellschaft und Religion. Dass ich diese Themen hier mit so vielen engagierten Menschen bewegen darf und durfte, empfinde ich als großes Geschenk.
Auch wenn der Umzug nach Limburg nun doch eine gewisse Distanz mit sich bringen wird, hoffe ich sehr, die eine oder den anderen wiederzusehen: eine Tür steht immer offen! Ganz sicher werde ich hier nicht alle meine Zelte abbrechen: Meine Familie, meine Freundinnen und Freunde – und auch Kolleginnen und Kollegen – sind ja weiterhin hier. Das ist ein guter Grund, immer wieder aufzutauchen. Schließlich möchte ich im Gespräch und in Beziehung bleiben – für den einen oder die andere vielleicht manchmal ein wenig nervig, aber immer mit gutem Willen.
Denn: Nur wer Interesse hat, reibt sich. Und eine solche Reibung ist heute wichtiger denn je!
Von Herzen danke ich euch allen und wünsche euch jetzt und später weiterhin Gottes Segen, Mut, Offenheit für das Neue und viele Menschen, die Kirche lebendig mitgestalten.
Alles Gute und auf ein Wiedersehen!
Eines noch zum Schluss:
Ich wollte diese Worte persönlich teilen, daher kamen sie ggf. für den ein oder anderen verspätet – hierfür bitte ich um Verzeihung!
Ebenso bitte ich diese Worte weiterzugeben: für alle, die ich vergaß, bitte ich um Verzeihung und Nachsicht!
herzlich
Euer Patrick (Lindermüller)